Mecklenburg-Vorpommern ist seit den 1990er Jahren das wachstumsstärkste Camping-Bundesland in Deutschland. Ostsee, Inselwelten und die Mecklenburgische Seenplatte ergeben eine Drei-Reviere-Kombination, die in Deutschland einzigartig ist – und entsprechend gut gebucht. Wer flexibel ist, findet hier auch in der Hauptsaison noch hervorragende Plätze; wer auf Sylt-Niveau erwartet, sollte sich Strecken im Hinterkopf behalten.

Die drei Reviere im Überblick

Drei Camping-Reviere dominieren das Bundesland:

  • Ostseeküste – von Kühlungsborn bis Usedom, mit den Bäderstädten und langen Sandstränden. Sehr touristisch, aber hochwertig ausgestattet. Mehr im Revier-Guide Ostsee.
  • InselweltenRügen mit Hiddensee und Usedom. Kreidefelsen, autofreie Inseln, Bäderarchitektur. Plätze sind teils direkt hinter der Düne, teils im Hinterland.
  • Mecklenburgische Seenplatte – über tausend Seen rund um die Müritz. Ruhig, naturnah, ideal für Wassersport. Im Seenplatten-Guide.

Beste Reisezeit

An der Ostseeküste ist die Saison kürzer als in Bayern – sie beginnt zaghaft im April und endet in der Regel Mitte Oktober. Juni und September gelten unter Stammgästen als die besten Monate: warmes Wasser, lange Tage, weniger Trubel. Im Juli und August sind die Strände voll, die Plätze ausgebucht und die Anfahrtsstraßen dicht.

Auf der Mecklenburgischen Seenplatte spielt Wassersport die Hauptrolle: hier zählen die Wochen mit stabilem Wetter mehr als die Schulferien. Mai bis Anfang Juli und der ganze September sind erfahrungsgemäß ideal.

Anreise-Hinweis

Die A20 (Ostsee-Autobahn) und die A19 sind in den Hauptferien-Wochenenden notorisch überlastet. Wer flexibel ist, fährt Donnerstag oder Sonntag früh, nicht Freitag- oder Samstagvormittag.

Was MV besonders macht

Drei Punkte heben Mecklenburg-Vorpommern von anderen Camping-Bundesländern ab:

  1. Die Plätze direkt hinter der Düne sind eine norddeutsche Spezialität – mit unmittelbarem Strandzugang und Meerblick. Solche Plätze gibt es an Nord- und Ostsee, aber MV hat besonders viele davon.
  2. Die Mecklenburgische Seenplatte ist für viele Familien das ideale Wasser-Revier in Deutschland: weniger Wind als an der Küste, kein Salzwasser auf der Haut, hervorragend für Kanu, SUP und Hausboot.
  3. Eine relativ junge Camping-Tradition nach der Wiedervereinigung – das heißt: viele Plätze sind in den letzten 20 Jahren neu gebaut worden, mit moderner Infrastruktur und großzügigen Sanitärgebäuden.

Camping-Arten in Mecklenburg-Vorpommern

  • Familiencamping: Schwerpunkt an der Ostseeküste, oft mit Schwimmbad und Animation.
  • Naturcamping: vorwiegend an der Seenplatte und im Hinterland.
  • FKK: traditionell stark, besonders auf Usedom und Rügen.
  • Glamping: wachsend, viele neue Lodge-Konzepte an Seen.

Stellplätze für Wohnmobile

Praktisch jede Küstenstadt hat heute eigene Stellplätze, oft direkt am Hafen. Auf Rügen und Usedom hingegen ist die Versorgung mit reinen WoMo-Stellplätzen begrenzt – hier nutzen die meisten klassische Campingplätze. Mehr im Stellplatz-Guide.

Praxis-Hinweise

Auf den Inseln Hiddensee und Vilm besteht Autoverbot, sie sind nur per Fähre und zu Fuß bzw. mit Rad erreichbar. Wenn du dorthin willst, parkst du auf dem Festland (Stralsund, Schaprode) und nimmst Tagesausflüge.

Kurtaxe ist in fast allen Küsten- und Insel-Gemeinden Pflicht und liegt meist zwischen 2 und 4 € pro Person und Nacht – siehe Kurtaxe-Übersicht.