Wintercamping ist eine eigene Disziplin. Wer im Winter mit Wohnwagen oder Wohnmobil verreist, braucht andere Ausrüstung, andere Plätze und andere Gewohnheiten als in der warmen Saison. Dafür bekommt man dafür weniger Trubel, oft günstigere Preise und eine ganz andere Atmosphäre. In Deutschland bieten etwa 200 Plätze ganzjährig Wintercamping an – einige davon mit professioneller Skigebiet-Anbindung.

Wer wintercampen kann

Drei Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  1. Wintertaugliches Fahrzeug – Wohnwagen oder Wohnmobil mit Heizung, isolierten Wasserleitungen, Wintergasflaschen.
  2. Winter-Stellfläche – Plätze mit beheiztem Sanitärgebäude, Schneeräum-Service und Strom-Versorgung.
  3. Anreise-Logistik – Winterreifen oder Schneeketten, je nach Plätze-Höhe.

Beste Wintercamping-Reviere in Deutschland

Schnee ist nicht garantiert

Die letzten zehn Jahre haben gezeigt: Schnee in deutschen Mittelgebirgen ist immer weniger verlässlich. Wer auf Skifahren angewiesen ist, sollte Reviere oberhalb 800 m wählen oder sich Last-Minute-Optionen offenhalten. Verlässlicher als deutsche Mittelgebirge sind die Allgäuer Alpen und Berchtesgaden.

Wintertaugliche Ausrüstung

Was du brauchst, je nach Reisefahrzeug:

  • Wohnwagen: Truma-Heizung mit Wintergas (Propan), isolierte Wasserleitungen oder Frostschutz, Schneeketten für Zugfahrzeug.
  • Wohnmobil: Standheizung, beheizter Wassertank, Winterreifen, ggf. Schneeketten.
  • Allgemein: gute Schlafsäcke, dichte Türen, Bodenisolierung gegen Kälte von unten.

Mehr Details im Wintercamping-Grundlagen-Guide und im Wohnwagen-Bereich.

Was Wintercamping kostet

Erstaunlich oft günstiger als Sommercamping. Eine Familie zahlt auf einem mittleren Wintercamping-Platz typischerweise:

  • Stellplatz: 25 bis 40 €/Nacht
  • Strom: deutlich höher als im Sommer (Heizung, Warmwasser), oft 8 bis 15 €/Nacht zusätzlich
  • Kurtaxe: meist mit Liftpass-Rabatten kombiniert

Skipass-Anbindung: viele Plätze bieten Kombi-Pakete mit lokalen Liftpässen oder Loipen-Karten an.

Camping-Arten im Vergleich

Wintercamping ist eine Saison-Variante:

  • Wintercamping – Dezember bis März, mit Schnee und Heizung.
  • Familiencamping – Sommer-Hauptstil.
  • Glamping – auch im Winter möglich, dann oft mit Sauna.

Praxis-Hinweise

Reservierung in Schulferien (Weihnachten, Fasching) auf beliebten Wintercamping-Plätzen sechs bis zwölf Monate vorher.

Anreise-Risiko: bei Schneechaos können einzelne Bergpässe und Bundesstraßen kurzzeitig gesperrt werden. Wetterprognose vorab checken, Schneeketten griffbereit haben.

Wer noch keine Wintercamping-Erfahrung hat: lieber mit einem kurzen Wochenend-Test beginnen, statt direkt zwei Wochen zu buchen. Heizungs-, Gas- und Frostschutz-Probleme sind im Winter unangenehmer als im Sommer.