Die Ostseeküste ist Deutschlands meistbesuchtes Camping-Revier. Über 350 Kilometer Küste verteilen sich auf zwei Bundesländer – Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Lange Sandstrände, Steilküsten, Bäderarchitektur und ein vergleichsweise mildes Reizklima haben hier eine eigene Camping-Kultur geprägt, die sich von der Nordsee deutlich unterscheidet.

Die wichtigsten Küstenabschnitte

  • Lübecker Bucht und Holsteinische Ostseeküste – Travemünde, Scharbeutz, Timmendorfer Strand, Heiligenhafen. Klassische Bäderorte mit gehobener Plätze-Infrastruktur.
  • Mecklenburger Bucht – Wismar, Boltenhagen, Kühlungsborn, Heiligendamm. Mischung aus alter Bäderarchitektur und neuen Premium-Plätzen.
  • Fischland-Darß-Zingst – die schmale Halbinsel zwischen Festland und Ostsee, mit den Bädern Ahrenshoop, Prerow und Zingst. Naturnaher als die östliche Ostsee.
  • Inseln Rügen und Usedom – eigenes Rügen-Revier bzw. Usedom-Revier, technisch zur Ostseeküste gehörend.

Beste Reisezeit

Die Ostsee-Saison ist klar abgegrenzt: Mitte Mai bis Mitte September. Wassertemperaturen von über 18 Grad gibt es realistisch nur von Juli bis Anfang September. Wer auf Strandwetter aus ist, sollte Juli und August einplanen – mit dem Trade-off, dass Plätze dann oft seit Monaten ausgebucht sind. Die Schultersaisons Mai/Juni und September gelten unter Stammgästen als ideal: warme Tage, leere Strände, oft sogar mildes Badewasser im September.

Reizklima-Vorteil

Das maritime Reizklima der Ostsee gilt medizinisch als heilsam für Atemwege, Haut und Kreislauf. Mehrere Plätze entlang der Küste sind staatlich anerkannte Kurplätze und kooperieren mit Krankenkassen. Wer aus gesundheitlichen Gründen ans Meer fährt, sollte die Klassifizierung des Plates beachten.

Was die Ostsee als Revier besonders macht

  1. Eine flache Sandstrand-Architektur über lange Strecken – im Gegensatz zur Nordsee gibt es keine Tiden, das Wasser ist immer da.
  2. Bäderarchitektur aus dem 19. Jahrhundert prägt viele Orte (Heiligendamm, Binz, Sellin) und macht Spaziergänge auch ohne Strand-Wetter lohnend.
  3. Die Plätze-Dichte direkt hinter der Düne ist deutschlandweit einzigartig – mit unmittelbarem Strandzugang und Meerblick.
  4. Eine ausgeprägte FKK-Kultur, die seit DDR-Zeiten Tradition hat und sich auch nach 1990 gehalten hat.

Camping-Arten an der Ostsee

Anreise und Logistik

Hauptverkehrsadern sind die A20 (Ostsee-Autobahn) sowie die A19 und A24. An Wochenenden in der Hauptsaison sind beide Autobahnen erfahrungsgemäß überlastet – wer Donnerstag oder Sonntag morgen anreist, kommt deutlich entspannter durch.

Für Inselreisen (Rügen, Hiddensee, Usedom) gelten gesonderte Regeln, die in den jeweiligen Revier-Guides ausführlich behandelt werden.

Praxis-Hinweise

Kurtaxe ist an der gesamten Ostseeküste die Regel, nicht die Ausnahme. Sätze liegen meist bei 2 bis 4 € pro Person und Nacht. Auf vielen Plätzen ist sie bereits in der Übernachtungsgebühr enthalten, anderswo wird sie separat erhoben.

Strände sind in Deutschland grundsätzlich kostenlos zugänglich. Allerdings verlangen einige Bäderorte für die Strandkörbe, Strandzonen mit Animation oder bewirtschaftete Strandabschnitte separate Gebühren. Mehr im Kurtaxe-Guide.