Bayern ist Camping-Land Nummer eins in Deutschland – und das nicht erst seit gestern. Mit über 400 klassifizierten Plätzen, einer Bandbreite von Alpensee bis Mittelgebirge und einer Saison, die vom Frühsommer in den späten Herbst reicht, deckt der Freistaat fast jedes Camping-Bedürfnis ab. Wer hier zum ersten Mal verreist, sollte sich vorab fürs Revier entscheiden – die Wege zwischen den Top-Reviere sind weiter, als die Bayern-Karte vermuten lässt.
Die wichtigsten Reviere im Überblick
Vier große Camping-Reviere prägen Bayern. Sie unterscheiden sich nicht nur in Landschaft und Klima, sondern auch in Preisniveau und Zielgruppe:
- Allgäu – Alpenvorland, Bergseen, Käserei-Kultur. Familienfreundlich, viele 4- und 5-Sterne-Plätze, gehobenes Preisniveau in der Hauptsaison. Mehr im Revier-Guide Allgäu.
- Chiemgau und Berchtesgaden – das „bayerische Meer", Königssee, Watzmann. Kleinere, oft inhabergeführte Plätze direkt am Wasser oder am Berghang.
- Bayerischer Wald – das größte Waldgebirge Mitteleuropas und der Nationalpark als Magnet. Ruhig, naturnah, deutlich günstiger als die Alpenregionen. Details im Bayerischer-Wald-Guide.
- Fränkisches Seenland und Altmühltal – Mittelfranken mit gleich mehreren Stauseen und dem Naturpark Altmühltal. Perfekt für Wassersport und Radfahren entlang der Tauber.
Beste Reisezeit für Camping in Bayern
Die Hauptsaison reicht von Juni bis Ende August – das Wetter ist am stabilsten, die Plätze aber auch am vollsten. Viele erfahrene Camper:innen bevorzugen Mai und September: weniger Trubel, milde Temperaturen, blühende Wiesen oder Goldener Herbst. Wintercamping ist in den Alpen ein eigenes Thema; im Allgäu, Chiemgau und Berchtesgadener Land gibt es spezialisierte Wintercamping-Plätze mit beheizten Sanitärgebäuden und teils direkter Anbindung an Skigebiete.
Für die Pfingst-, Sommer- und Herbstferien in Bayern müssen beliebte Plätze in Allgäu und Chiemgau oft sechs bis zwölf Monate vorher reserviert werden – besonders Stellflächen mit Bergblick oder Seezugang. Sofern du flexibel bist: probier Plätze in Niederbayern oder am Bodensee-Hinterland, da bekommst du auch kurzfristig noch gute Plätze.
Camping-Arten in Bayern
Bayern bedient praktisch jede Camping-Art:
- Familiencamping: Allgäu und Fränkisches Seenland sind Hochburgen.
- Naturcamping: vor allem im Bayerischen Wald.
- Glamping: hochwertige Lodges am Chiemsee und im Allgäu.
- Wintercamping: an den großen Skigebieten.
- Bauernhof-Camping: traditionell stark in Niederbayern und der Oberpfalz.
Stellplätze für Wohnmobile
Bayern hat in den letzten zehn Jahren stark in kommunale Stellplätze investiert. Fast jede mittelgroße Stadt verfügt heute über eine ausgewiesene Wohnmobil-Stellfläche, oft mit Ver- und Entsorgung, manchmal sogar kostenlos. Beliebte Routen für eine Wohnmobil-Tour: die Romantische Straße, der Donau-Radweg und die Alpenstraße. Mehr zu reinen Stellplätzen versus Campingplätzen findest du im Stellplatz-Guide.
Was Bayern besonders macht
Drei Dinge machen Bayern aus Camping-Sicht einmalig:
- Die Vielfalt der Landschaften auf vergleichsweise kleiner Fläche – vom Hochgebirge bis zur Frankenhöhe sind es Stunden, nicht Tage.
- Eine extrem dichte Infrastruktur mit Brauereigaststätten, Biergärten und Wanderwegen, die direkt an vielen Plätzen beginnen.
- Eine bayerische Eigenart: viele Plätze sind seit Jahrzehnten in Familienhand – das prägt Atmosphäre und Service stärker als in Plätzen, die zu großen Ketten gehören.
Was du beachten solltest
Wildcampen ist in Bayern strikt verboten, mit Ausnahme einiger ausgewiesener Trekking-Camps in Naturparks. Für Wohnmobile gilt: einzelne Übernachtungen auf öffentlichen Parkplätzen werden meist toleriert, aber nicht überall. In manchen Tourismus-Hotspots (Berchtesgaden, Garmisch) gibt es kommunale Verbote. Details im Rechts-Guide Wildcampen.
Kurtaxe und Bettensteuer fallen in vielen bayerischen Gemeinden zusätzlich zur Stellplatzgebühr an. Pro Person rechnest du mit 1,50 bis 3,50 € pro Nacht – siehe auch Kurtaxe-Übersicht.