Das Saarland ist Deutschlands zweitkleinstes Flächen-Bundesland und touristisch oft übersehen. Wer hier campt, findet eine Mischung aus französisch geprägter Kultur, dem Bostalsee als zentralem Wasser-Magnet und der berühmten Saarschleife. Anders als seine Nachbarn ist das Land kompakt – Tagesausflüge zu allen wichtigen Punkten sind von praktisch jedem Platz aus möglich.
Wichtige Camping-Punkte
- Bostalsee – das Sommer-Schwergewicht des Saarlands. Stausee mit Strandbad, Center-Parcs-Resort und mehreren Campingplätzen. Familienfreundlich, oft sehr gut gebucht.
- Saarschleife – das berühmteste Naturmotiv Deutschlands. Plätze rund um Mettlach und Orscholz nutzen das Aussichtspunkt-Spektakel.
- Saar-Hunsrück – das Mittelgebirge im Norden des Landes, mit Wald-Camping und Wandern.
- Saarbrücken-Umland – Stadt-naher Camping-Bereich mit Frankreich-Anbindung.
Beste Reisezeit
Saarländisches Klima ist weicher und wärmer als Norddeutschland – fast schon südfranzösisch im Sommer. Camping-Saison reicht von April bis Oktober, mit angenehmen Schultern im Mai und September. Im Hochsommer kann es am Bostalsee sehr voll werden.
Das Saarland grenzt direkt an die französische Region Grand Est. Viele Camper:innen nutzen das saarländische Land als Basislager für Tagesausflüge nach Frankreich (Metz, Nancy, Bitche). Französisch wird auf vielen Plätzen verstanden, und das Essen erinnert oft mehr an Lothringen als an die deutsche Küche.
Was das Saarland besonders macht
- Die Saarschleife – ein in Deutschland einmaliges Naturmotiv, mit Aussichtspunkt Cloef und Baumwipfelpfad.
- Eine französische Lebensart, die sich in Küche, Sprache und Architektur widerspiegelt.
- Die kompakte Größe – jedes Reviere ist innerhalb einer Stunde Fahrt erreichbar.
- Der Bostalsee als Center-Parcs-Standort hat das Land touristisch sichtbar gemacht.
Camping-Arten
- Familiencamping: am Bostalsee dominant.
- Naturcamping: im Saar-Hunsrück und Saarschleifen-Hinterland.
- Stellplätze: gut ausgebaut, oft als Etappe für Camper auf dem Weg von oder nach Frankreich.
Praxis-Hinweise
Wer mit dem Wohnmobil nach Frankreich übersetzt, sollte beachten: französische Maut auf den Autoroutes ist substantiell. Eine Tagesfahrt nach Metz und zurück kostet schnell 25 bis 35 € Maut zusätzlich zum Kraftstoff. Die parallelen Bundesstraßen sind mautfrei, dauern aber spürbar länger.
Sprache: Französisch ist im Saarland zweite Verkehrssprache und Schulpflicht-Sprache. Für ältere Saarländer:innen oft besser verständlich als Hochdeutsch – ein Phänomen, das Camper aus dem Norden überrascht.