Barrierefreies Camping ist in Deutschland ein wachsender, aber noch nicht überall erschlossener Bereich. Etwa 200 Plätze haben sich aktiv auf Rollstuhlgerechtigkeit eingestellt – mit ebenen Stellflächen, barrierefreien Sanitärgebäuden und ausreichend breiten Wegen. Wer mit körperlichen Einschränkungen reist, sollte vor Buchung die Plätze-Beschreibung sorgfältig prüfen oder direkt anrufen.
Was barrierefreies Camping wirklich erfordert
- Ebene, befestigte Wege – ohne Schotter, Schlamm oder steile Rampen.
- Stellplatz auf festem Untergrund – Asphalt oder Pflaster statt Wiese.
- Barrierefreies Sanitärgebäude – mit rollstuhlgerechtem WC, Dusche und Waschbecken.
- Niedrige Rampen statt Stufen – an allen Hauptzugängen.
- Strom- und Wasseranschlüsse in Sitzhöhe – damit Rollstuhlfahrer:innen sie selbst bedienen können.
Klassifizierung verstehen
Es gibt mehrere Bewertungs-Systeme:
- „Reisen für Alle" – das offizielle deutsche Zertifizierungssystem für Tourismus-Anbieter mit barrierefreien Standards.
- DIN 18040 – die deutsche Norm für barrierefreies Bauen, oft als Mindeststandard zitiert.
- Eigenbeschreibung der Plätze – nicht offiziell verifiziert, aber meist verlässlich.
Plätze-Beschreibungen sind manchmal optimistisch. Wer mit Rollstuhl, Gehhilfe oder anderen Einschränkungen reist, sollte vor Buchung anrufen und konkret nachfragen: Wie sind die Wege? Gibt es Schwellen? Wie ist das Sanitärgebäude erreichbar? Wo wäre mein Stellplatz? Erfahrene Plätze-Betreiber beantworten diese Fragen routiniert.
Barrierefreie Reviere
Manche Reviere haben mehr barrierefreie Plätze als andere:
- Ostseeküste – viele klassifizierte Plätze haben barrierefreie Bereiche.
- Lüneburger Heide – flach, oft barrierefreundlich.
- Sauerland-Stauseen – Möhnesee mit guter Erreichbarkeit.
- Bodensee – Premium-Plätze haben oft barrierefreie Standards.
Bergregionen (Schwarzwald, Allgäu, Bayerischer Wald) sind topographisch schwieriger – hier sind barrierefreie Plätze rar.
Was Plätze-Betreiber barrierefrei machen müssen
- Sanitärgebäude – mindestens ein vollständig barrierefreies Bad mit ausreichender Bewegungsfläche.
- Stellplatz – ebene, asphaltierte oder gepflasterte Stellfläche.
- Zugang vom Auto/Wohnwagen ins Sanitärgebäude – ohne Hindernisse.
- Restaurant/Rezeption – per Rampe oder ebenerdig erreichbar.
- Notruf-Möglichkeit – auch im Sanitärgebäude.
Was du brauchst
- Reisepass mit gültigem Behinderten-Ausweis (für Ermäßigungen)
- Eigene Hilfsmittel (Rollstuhl, Gehhilfe, Toilettenstuhl)
- Kontakte zu Pflegediensten in der Region (für längere Aufenthalte)
- Liste relevanter Medikamente und Notfall-Kontakte
- Versicherungsausweis und ggf. Pflegeversicherungs-Bescheinigung
Camping-Arten im Vergleich
- Barrierefreies Camping – auf entsprechend ausgestatteten Plätzen.
- Glamping – kann eine Alternative sein, weil Lodges oft barrierefrei zugänglich sind.
- Senioren-Camping – verwandte Zielgruppe mit ähnlichen Anforderungen.
Praxis-Hinweise
Behinderten-Ausweis: in vielen Plätzen gibt es Ermäßigungen für Camper:innen mit Behinderten-Ausweis – nach Konditionen fragen.
Pflegeversicherung: wer auf Pflegehilfe angewiesen ist, kann manchmal die Pflegeversicherung für mobile Pflegedienste am Plätze einsetzen. Vorab mit Krankenkasse klären.
Anreise: bei größeren Strecken Flugreise oder Bahnfahrt mit Begleitperson erwägen. Mobilitätsservice der Deutschen Bahn ist hilfreich.
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