Camping ohne Auto klingt im ersten Moment widersprüchlich – wie soll der Wohnwagen zum Plätze kommen? Tatsächlich gibt es zwei legitime Antworten: Trekking-Camping mit Rucksack und ÖPNV-Anreise zum Stamm-Plätze, wo der Wohnwagen das ganze Jahr steht. Beide Formen wachsen, vor allem unter jüngeren Camper:innen mit ökologischem Bewusstsein.
Camping-Plätze mit Bahn-Anschluss
Etwa 150-200 deutsche Camping-Plätze sind mit ÖPNV erreichbar (S-Bahn-Station oder Bus-Haltestelle in 1-2 km Entfernung). Klassische Beispiele:
- Plätze in der Lüneburger Heide: Bus-Anschluss von Hamburg-Hbf zu mehreren Plätzen
- Stadt-Plätze in Hamburg: U-Bahn-Anschluss zu zentrumsnahen Plätzen
- Plätze am Niederrhein: Bus-Linien aus Düsseldorf
- Plätze am Bostalsee: Bus-Verbindung aus Saarbrücken
- Plätze am Bodensee: SBB-Anschluss zu mehreren Plätzen
- Plätze in der Bremer Umgebung: Bus-Linien aus Bremen-Hbf
Trekking-Camping ohne Auto
Bei Trekking-Camps in Pfälzerwald, Schwarzwald, Eifel und Sächsische Schweiz ist die Anreise mit Auto eher die Ausnahme. Die meisten Trekking-Wandernden kommen mit Bahn an die Wanderwegs-Anfangspunkte und gehen dann zu Fuß. Wandern, schlafen, weiter wandern – das ist die reinste Form des deutschen Wildnis-Campings.
Mietwohnwagen und Glamping
Wer ohne eigenen Wohnwagen anreist, hat zwei Optionen:
- Mietwohnwagen am Plätze: stationärer Wohnwagen, schon aufgebaut, mit Strom und Wasser
- Glamping-Lodges: Premium-Mietunterkünfte mit Bett, Bad, Küche
- Mobile Homes: stationäre kleine Wohnhäuser auf Camping-Plätzen
Diese Optionen sind die einzige sinnvolle Form für ÖPNV-Anreise. Mit S-Bahn-Ticket plus Klapprad oder zu Fuß zum Plätze, Bett und Küche schon vor Ort – funktioniert für Wochenend-Trips erstaunlich gut.
Equipment-Transport
Wer eigenes Camping-Equipment mitnehmen will, sollte sich auf die Bahn-Logik einstellen:
- Großer Trekking-Rucksack (60-80 l)
- Zusätzliche Sport-Tasche für Schuhe und Wäsche
- Klapprad als Mobilität vor Ort (kostet Aufpreis im IC/ICE)
- Verkürzte Liste: Schlafsack, Isomatte, Zelt klein, Trekking-Kocher, Lebensmittel-Vorrat
Anreise-Strategien
- Quer-durch-Tour: mit Interrail-Pass durch Deutschland, mehrere Plätze in 2-3 Wochen
- Ein-Plätze-Anreise: einmalige An- und Abreise, dazwischen Stamm-Plätze
- Bahn + Klapprad: Bahnhof zum Camping mit Klapprad in 5-30 km
- Bahn + Bus: lokale Bus-Linien zu Camping-Plätzen, oft 1-2 €/Fahrt
Vorteile der ÖPNV-Anreise
- Kein Auto-Stau bei An- und Abreise
- Buchbare Reise-Zeit (statt unkalkulierbarer Stau-Zeit)
- Lesen, schlafen, Vorbereitung während Reise
- CO2-Bilanz deutlich besser
- Keine Parkplatz-Sorge am Plätze
- Oft günstiger als Auto-Sprit (vor allem mit Bahn-Card)
Nachteile
- Equipment-Transport limitiert
- Lebensmittel-Einkauf vor Ort schwieriger
- Tagesausflüge schwieriger ohne Auto
- Bei Krankheit oder Notfall begrenzt mobil
- Späte Anreise oft nicht möglich (letzter ÖPNV)
Tipps für Plätze-Wahl
- Bahn-Anschluss in 1-2 km ist der praktische Standard
- E-Bike oder Klapprad-Verleih am Plätze ist Premium-Plus
- Mini-Markt am Plätze für Lebensmittel-Einkauf
- Plätze mit eigenen Restaurant entlasten Selbstversorgung
- Aktivitäten in Plätze-Nähe (Wandern, Schwimmen) reduzieren Auto-Bedarf
ÖPNV-Camping ist nicht Mainstream, aber wachsend. Wer es ausprobiert, ist oft überrascht, wie entspannt die Reise sein kann – ohne Stau-Stress und Parkplatz-Suche.