Eine durchdachte Reise-Apotheke ist beim Camping wichtiger als bei anderen Reise-Formen. Camping-Plätze liegen oft in ländlichen Regionen, die nächste Apotheke ist abends geschlossen, am Wochenende erst recht. Wer bei Mückenstichen, leichten Verletzungen oder kleinen Beschwerden nicht improvisieren will, sollte ein gut gepacktes Erste-Hilfe-Set dabei haben.
Schmerzmittel und Fieber
- Ibuprofen 400 mg (für Erwachsene, gegen Schmerzen und Entzündung)
- Paracetamol 500 mg (für Kinder ab 12 und Erwachsene, fiebersenkend)
- Kinder-Paracetamol-Saft (bei Familien mit kleinen Kindern)
- Aspirin (gegen Kopfschmerzen, blutverdünnend)
Wichtig: niemals zwei Schmerzmittel gleichzeitig nehmen ohne ärztliche Rücksprache. Ibuprofen und Paracetamol unterscheiden sich in der Wirkung – bei Magen-empfindlichen Personen Paracetamol bevorzugen.
Wundversorgung
- Pflaster in verschiedenen Größen (10-20 Stück)
- Sterile Mullkompressen (5-10 Stück)
- Klebeband (medizinisch, atmungsaktiv)
- Verbandmull-Rolle
- Desinfektionsmittel (Sprühflasche oder Tücher)
- Wund-Salbe mit Antibiotika (Bepanthen oder vergleichbar)
- Pinzette (für Splitter und Zecken)
- Schere (klein, mit abgerundeten Spitzen)
- Einmal-Handschuhe (3-5 Paar)
Insektenstiche
- Mückenstich-Roll-on (Fenistil oder Soventol)
- Wespenstich-Salbe
- Mücken-Schutz für draußen (mit DEET oder Icaridin)
- Zeckenkarte oder Zeckenzange (bei Wandern!)
- Antihistaminika-Tabletten (bei stärkerer Reaktion)
Sonnen-Schutz
- Sonnencreme LSF 30+ (für Erwachsene)
- Sonnencreme LSF 50+ (für Kinder)
- Aprés-Sun-Lotion
- Brand-Salbe für Sonnenbrand (Bepanthen Sonnenbrand)
- Lippenpflege mit LSF
Magen-Darm
- Imodium oder Loperamid (gegen Durchfall)
- Elektrolyte-Pulver (bei Durchfall oder starkem Schwitzen)
- Magentabletten (Maaloxan, Rennie)
- Reisetabletten gegen Übelkeit (Vomex A)
- Aktivkohle-Tabletten (bei Magen-Verstimmung)
Allergien und Reizungen
- Augentropfen (gegen trockene oder gereizte Augen)
- Nasenspray (kein abschwellender Spray für Dauergebrauch!)
- Antihistaminika-Tabletten (Cetirizin oder Loratadin)
- Kortison-Salbe (bei stärkeren Hautreaktionen)
Spezielles für Camper:innen
- Blasen-Pflaster (Compeed oder ähnlich, bei Wandern)
- Tape für Bandagen (kinesio oder klassisch)
- Ohren-Schutz für die Nacht (Wachs oder Schaumstoff)
- Mund-Wasser oder Notfall-Zahnbürste
- Ersatz-Brille bei Brillen-Trägern
Aufbewahrung im Wohnwagen
- Wasserdichte Box oder Tasche (Schimmel-Schutz)
- Im Wohnbereich, nicht im Heckstauraum (für schnellen Zugriff)
- Außerhalb der Reichweite kleiner Kinder
- Verfallsdaten alle 6 Monate prüfen
- Apotheker-Nummer für Notfall-Beratung notieren
Notfall-Kontakte
- Europäische Notrufnummer: 112 (Feuerwehr, Rettung)
- Polizei in Deutschland: 110
- Apotheken-Notdienst: 0800 0022833 (kostenfrei)
- Giftnotruf: regional verschieden, am Plätze erfragen
- Tier-Notruf: für Hund-Notfälle
Was NICHT in die Reise-Apotheke gehört
- Großvorrat an Schmerzmitteln (5-10 Tabletten reichen für ein Wochenende)
- Verschreibungspflichtige Medikamente in größerer Menge
- Antibiotika ohne ärztliche Diagnose
- Drogen und Beruhigungsmittel
- Veraltete Medikamente
Größere Camper-Apotheken bei Familien
Familien mit Kindern und älteren Camper:innen brauchen erweiterte Reise-Apotheken: zusätzlich Fieberzäpfchen für Kinder, Kinder-Schmerzmittel-Saft, Personenwaage zur Dosier-Kontrolle, Inhalator bei Asthma-Kindern, Insulin-Box bei Diabetes. Die individuellen Anforderungen mit dem Hausarzt vor der Reise besprechen – der gibt oft konkrete Empfehlungen.
Eine gut gepackte Reise-Apotheke kostet einmalig 80-120 €, hält 1-2 Saisons (mit Verfallsdaten-Wechsel) und schützt vor unangenehmen Überraschungen. Im Vergleich zum Stress, am Sonntag-Abend nach Sanitärflüssigkeit oder Mückenstich-Salbe zu suchen, eine sinnvolle Investition.