Wohnmobil-TÜV und Gas-Prüfung haben gleiche Frequenz wie beim Wohnwagen, aber andere Logik. Das Wohnmobil ist ein Fahrzeug, kein Anhänger – die Hauptuntersuchung umfasst Motor, Bremsen, Abgase. Diese Anleitung gibt dir die Wohnmobil-spezifischen Punkte.

Hauptuntersuchung beim Wohnmobil

Was geprüft wird (mehr als beim Wohnwagen):

  • Motor und Antrieb – Funktion, Abgaswerte, Ölstand
  • Bremsen – Bremswirkung, Bremsleitungen, Trommeln/Scheiben
  • Lenkung – Spielfreiheit, Funktion
  • Reifen – Profil mindestens 1,6 mm, Alter max. 6 Jahre
  • Beleuchtung – komplett funktionsfähig
  • Karosserie – Rost, Risse, Stabilität
  • Wohn-Aufbau – ggf. bei größeren Mängeln
  • Sicherheits-Einrichtungen – Gurte, Airbag-Status

Frequenz

  • Erste Hauptuntersuchung nach 36 Monaten Erst-Zulassung
  • Bis 7,5 t: alle 24 Monate
  • Über 7,5 t: jährliche Hauptuntersuchung
  • Plakette am Kennzeichen sichtbar

Abgasuntersuchung (AU)

Inkludiert in Hauptuntersuchung:

  • Diesel-Wohnmobile: Rußpartikel-Messung
  • Benzin-Wohnmobile: CO und HC-Werte
  • Elektrische Wohnmobile (selten): keine AU nötig
  • Bei Mängeln: Reparatur und Nachprüfung

TÜV-Kosten Wohnmobil

Realistisch:

  • Standard-TÜV bis 3,5 t: 100-150 €
  • Größere Wohnmobile (3,5-7,5 t): 130-180 €
  • Über 7,5 t (jährlich): 150-220 €
  • Mit AU separat: zusätzlich 50-80 €

Gas-Prüfung G607

Identisch zum Wohnwagen:

  • Alle 24 Monate Pflicht
  • Plakette sichtbar am Wohnmobil
  • Kosten: 30-80 €
  • Was geprüft wird: komplette Gas-Anlage, Heizung, Kochstelle, Boiler

Spezielle Wohnmobil-Prüfungen

Zusätzlich zu TÜV und Gas:

  • Stoßdämpfer: alle 6-8 Jahre prüfen lassen
  • Bremsanlage: alle 2-3 Jahre Service
  • Klima-Anlage: alle 2 Jahre Wartung empfohlen
  • Solaranlage: jährliche Sicht-Kontrolle
  • Wassersystem: jährliche Reinigung

Mängel-Klassen

Drei Stufen:

  1. Geringe Mängel: Plakette wird erteilt, Mangel sollte behoben werden
  2. Erhebliche Mängel: keine Plakette, innerhalb 4 Wochen Nachprüfung
  3. Gefährliche Mängel: Wohnmobil darf nicht mehr fahren

Häufige Mängel-Punkte

  • Bremsen-Verschleiß
  • Abgaswerte erhöht (bei Diesel)
  • Reifen-Alter überschritten
  • Beleuchtung defekt
  • Rost am Aufbau-Fuß
  • Stoßdämpfer durchgenommen
  • Lenkungs-Spiel

Vorbereitung auf Hauptuntersuchung

1-2 Wochen vorher:

  1. Beim freien Werkstatt Sicherheits-Check
  2. Reifen-Profil und -Alter prüfen
  3. Beleuchtung testen lassen
  4. Bremsen-Service falls fällig
  5. Innenraum aufräumen (für Sicht der Sicherheits-Komponenten)
  6. Servicehistorie bereitlegen

Bei abgelaufenem TÜV

Konsequenzen:

  • Bis 2 Monate Verspätung: 25 € Bußgeld
  • 2-4 Monate Verspätung: 60 € plus 1 Punkt
  • 4-8 Monate Verspätung: 75 €
  • Über 8 Monate: 75-100 € plus aufwendigere Hauptuntersuchung
  • Bei Unfall mit abgelaufenem TÜV: Versicherung kann Leistungen kürzen

Kombination mit Werkstatt-Termin

Praxis-Tipp: Hauptuntersuchung mit Werkstatt-Termin kombinieren:

  1. Werkstatt-Inspektion 1-2 Wochen vor TÜV
  2. Mängel beheben
  3. Direkt zur TÜV-Stelle
  4. Bei kleinen Mängeln vor Ort beheben

Spart Zeit und vermeidet Nachprüfung-Aufwand.

Werkstatt-Empfehlungen

  • Wohnmobil-Spezialisten: kennen die Eigenheiten
  • Hersteller-Werkstätten: Garantie-relevant bei jüngeren Wohnmobilen
  • Fiat-Vertragswerkstätten: für Ducato-basierte Wohnmobile
  • Mercedes-Vertragswerkstätten: für Sprinter-basierte Wohnmobile

Mehr unter Bordbatterie-Wartung und Strom & Gas Bordsystem.