Trekking-Platzkultur ist eine relativ junge deutsche Camping-Form. Seit 2010 hat eine wachsende Zahl deutscher Naturparks und Wandergebiete offizielle Trekking-Plätze eingerichtet – ausgewiesene Übernachtungsstellen für Wandernde mit Reservierung, Komposttoilette und Feuerstelle. Damit gibt es in Deutschland endlich eine legale Alternative zum verbotenen Wildcampen – mit deutlich gewachsenem Angebot in den letzten Jahren.
Was Trekking-Plätze ausmacht
- Reservierungspflicht – über offizielle Online-Portale, meist 5 bis 12 € pro Nacht und Person.
- Erreichbarkeit nur zu Fuß oder per Rad – PKW-Anfahrt nicht möglich, das ist Programm.
- Kompost-Toilette als Standard.
- Feuerstelle oft erlaubt, manchmal mit eigenem Holzdepot.
- Begrenzte Plätze – meist 3 bis 6 Zelte pro Standort, das schützt vor Überlastung.
- Maximalaufenthalt meist 1 Nacht, manchmal 2.
Wer Trekking-Plätze nutzt
Drei Hauptzielgruppen:
- Mehrtages-Wandernde, die auf einer Tour von Etappe zu Etappe ziehen.
- Bikepacker und Mountainbike-Reisende, die mit minimalem Gepäck unterwegs sind.
- Naturerlebnis-Suchende, die das einsame Übernachten in der Wildnis legal erleben wollen.
Trekking-Plätze sind keine Wildcamping-Stellen, an denen man einfach hinwandert. Reservierung ist verpflichtend, meist über die Plattformen der jeweiligen Naturparks. In den Sommermonaten sind beliebte Plätze oft Wochen vorher ausgebucht. Wer ohne Reservierung aufschlägt, wird abgewiesen oder bekommt ein Ordnungsgeld.
Wo es Trekking-Plätze gibt
- Pfälzerwald – einer der ersten Naturparks mit Trekking-Camp-Konzept (15 Plätze).
- Schwarzwald – wachsendes Netz mit Trekking-Camp-System.
- Sächsische Schweiz – Boofen-Tradition (Übernachten unter Felsüberhängen) plus offizielle Trekking-Plätze.
- Lüneburger Heide – einige Trekking-Plätze vor allem im Wendland.
- Thüringer Wald (Rennsteig) – Naturpark hat Trekking-Konzept.
- Eifel – Nationalpark Eifel mit eigenen Trekking-Plätzen.
Was Trekking-Camping kostet
Sehr günstig im Vergleich zu klassischem Camping:
- Reservierungsgebühr: 5 bis 12 €/Person/Nacht
- Maximalaufenthalt: meist 1 Nacht, sodass eine Tour von Plätze zu Plätze geht
- Equipment selbst mitbringen: Zelt, Schlafsack, Kocher, Wasser
Trekking vs. Wildcampen
Wichtig zu unterscheiden:
- Trekking-Plätze – legal, ausgewiesen, mit Reservierung. Eine deutsche Antwort auf Wildcampen.
- Wildcampen – Übernachten in der freien Natur außerhalb von Plätzen. In Deutschland praktisch immer verboten. Mehr im Wildcampen-Guide.
Camping-Arten im Vergleich
- Trekking-Platzkultur – ein-Nacht-Aufenthalte auf einer Wandertour.
- Naturcamping – mehrere Nächte auf einem klassifizierten Naturplatz.
- Familiencamping – kompletter Camping-Komplex mit Komfort.
Praxis-Hinweise
Was du auf einer Trekking-Tour mitnehmen musst:
- Leichtes Zelt (1 bis 2 kg)
- Schlafsack passend zur Saison
- Outdoor-Kocher mit ausreichend Brennstoff
- Wasserfilter oder Wasservorrat
- Erste-Hilfe-Set
- Karte und Kompass / GPS
Etikette: Leave-no-trace ist die Regel. Müll mitnehmen, Feuerstellen so verlassen wie sie waren, Vegetation nicht beschädigen, Tiere nicht stören.
Mehr im Leichtzelt-Trekking-Guide und im Trekking-Naturpark-Guide.