Trekking-Camps sind die deutsche Antwort auf das Wildcamping-Verbot. Seit 2010 hat eine wachsende Zahl deutscher Naturparks und Nationalparks offizielle Trekking-Plätze eingerichtet – ausgewiesene Übernachtungsstellen für Wandernde mit Reservierung, Komposttoilette und Feuerstelle. Diese Übersicht zeigt die wichtigsten Reviere und ihre spezifischen Eigenheiten.

Pfälzerwald (Pioniergebiet)

Das deutsche Pioniergebiet für Trekking-Camps:

  • 15 Plätze im Naturpark Pfälzerwald
  • Reservierung über trekking-pfalz.de
  • 10 €/Person/Nacht
  • Saison April bis November
  • Maximalaufenthalt 1 Nacht pro Plätze

Eines der ältesten Trekking-Camp-Konzepte Deutschlands, mit deutschem Wandererinnen- und Wandererverband (DWV) als Vorbild.

Schwarzwald

Wachsendes Netz im Schwarzwald-Naturpark:

  • Plätze in Mittel- und Hochschwarzwald
  • Reservierung über die jeweiligen Naturpark-Seiten
  • Saison Mai bis Oktober
  • Mit Lagerfeuer-Möglichkeit in vielen Camps

Sächsische Schweiz

Besonderheit: Boofen-Tradition plus offizielle Trekking-Plätze:

  • Boofen – Übernachten unter Felsüberhängen, traditionell erlaubt
  • Offizielle Trekking-Camps – ergänzendes Angebot mit Komposttoilette
  • Im Nationalpark spezielle Regelungen
  • Reservierung über das Nationalpark-Zentrum

Mehr unter Sächsische Schweiz.

Boofen ist nicht Wildcampen

Das Boofen in der Sächsischen Schweiz ist eine seit Generationen tolerierte Sonderform. Übernachten unter Felsüberhängen, ohne Zelt, mit klaren Regeln (kein Lagerfeuer, kein Müll). Es ist nicht Wildcampen im strengen Sinne, sondern eine offiziell anerkannte traditionelle Praxis. Für Trekking-Wandernde ein einmaliges Erlebnis.

Eifel-Nationalpark

Trekking-Plätze im Eifel-Nationalpark:

  • Plätze entlang Wilder-Wege-Routen
  • Sternenpark-Anbindung – einer der dunkelsten Orte Deutschlands
  • Reservierung über Nationalpark-Eifel-Webseite
  • Vogelsang-Anbindung als kulturhistorischer Ausgangspunkt

Lüneburger Heide

Trekking-Plätze vor allem im Wendland:

  • Naturpark Elbtalaue-Lüneburger Heide
  • Plätze nahe der Elbe
  • Reservierung über lokale Tourismusbüros
  • Sehr ruhige Atmosphäre wegen geringer Besucherdichte

Thüringer Wald (Rennsteig)

Am berühmtesten Höhenwanderweg Deutschlands:

  • Trekking-Camps entlang des Rennsteigs
  • Etappen-Camping für 170 km lange Wanderungen
  • Gepäcktransfer auf den meisten Etappen organisiert
  • Reservierung über Rennsteig-Webseite und lokale Anbieter

Mehr unter Thüringer Wald.

Was alle Trekking-Camps gemeinsam haben

  • Reservierungspflicht – meist online
  • 5-12 €/Person/Nacht
  • Komposttoilette als Standard
  • Feuerstelle oft erlaubt
  • Begrenzte Plätze – meist 3-6 Zelte pro Standort
  • Maximalaufenthalt meist 1 Nacht
  • Erreichbarkeit nur per Fuß oder Rad

Was du dabeihaben musst

  • Leichtes Zelt (1-2 kg)
  • Schlafsack passend zur Saison
  • Outdoor-Kocher mit ausreichend Brennstoff
  • Wasserfilter oder Wasservorrat
  • Erste-Hilfe-Set
  • Karte und Kompass / GPS
  • Müllbeutel – Leave-no-trace-Prinzip

Etikette

Auf Trekking-Camps gilt:

  1. Leave no trace – Müll mitnehmen, Vegetation nicht beschädigen
  2. Nur in der Feuerstelle Lagerfeuer machen
  3. Komposttoilette richtig benutzen, kein Plastik in den Behälter
  4. Andere Wandernde respektieren – Ruhe, Abstand, freundlicher Austausch
  5. Nicht weiterbleiben als reserviert – andere haben für den nächsten Tag gebucht

Reservierungs-Plattformen

  • trekking-pfalz.de – Pfälzerwald
  • schwarzwald-tourismus.info – Schwarzwald-Naturparks
  • nationalpark-saechsische-schweiz.de – Sächsische Schweiz
  • nationalpark-eifel.de – Eifel
  • rennsteig.de – Thüringer Wald

Praxis-Hinweise

Reservierung in der Hauptsaison (Juni-September) 4-8 Wochen vorher. Beliebte Camps sind oft schon im Frühjahr ausgebucht.

Trekking-Erfahrung empfohlen: wer noch nie mit leichtem Equipment unterwegs war, sollte mit kürzeren Touren starten. Erste Trekking-Tour 2-3 Nächte, längere Mehrtagestouren erst nach erster Erfahrung.

Mehr unter Trekking-Platzkultur und Wildcampen-Rechtslage.