Der Bayerische Wald ist das größte zusammenhängende Waldgebirge Mitteleuropas. Zusammen mit dem böhmischen Šumava auf tschechischer Seite bildet er das größte Waldschutzgebiet auf dem europäischen Kontinent. Wer hier campt, taucht in eine Wildnis ein, die in Deutschland sonst kaum noch existiert – mit dem Bonus deutlich günstigerer Preise als in den Alpen-Reviere.
Camping-Standorte im Bayerischen Wald
- Nationalpark Bayerischer Wald – Deutschlands ältester Nationalpark (1970), mit Lusen, Rachel und Falkenstein als bekanntesten Bergen.
- Frauenau, Bodenmais, Zwiesel – die touristischen Hochburgen mit Glaskunst-Tradition.
- Bayerisch Eisenstein – Grenzort zur Tschechei, Ausgangspunkt für Berg-Wanderungen.
- Drachselsried, Bischofsmais – kleinere Orte am Rand des Nationalparks.
- Passauer Vorland – an der Donau, mit Anbindung an die Drei-Flüsse-Stadt.
Beste Reisezeit
Sommer: Mai bis Oktober, mit Höhepunkt im August. Im Bayerischen Wald ist es im Hochsommer oft 5 bis 8 Grad kühler als im Alpenvorland – ein deutlicher Vorteil für hitzeempfindliche Camper:innen.
Winter: Dezember bis März, mit kleinen aber feinen Skigebieten am Großen Arber und am Geißkopf. Der Bayerische Wald ist schneereicher als die meisten anderen deutschen Mittelgebirge.
Der Nationalpark Bayerischer Wald verfolgt seit Jahrzehnten das Konzept „Natur Natur sein lassen". Der Borkenkäfer wird nicht bekämpft, abgestorbene Wälder bleiben stehen. Das Resultat: Urwald-Atmosphäre mit Auerhahn, Fischotter und Luchs. Geführte Touren mit Rangern werden regelmäßig angeboten.
Was den Bayerischen Wald besonders macht
- Die Wildnis-Konzeption des Nationalparks – einmalig in Deutschland.
- Die Glaskunst-Tradition – Frauenau, Zwiesel und Bodenmais sind seit Jahrhunderten Glasstandorte mit Manufakturen und Museen.
- Die tschechische Anbindung – Tagesausflüge nach Železná Ruda und in den Šumava-Nationalpark.
- Eine spürbar günstige Preislandschaft – meist 25 bis 35 % unter Allgäu-Niveau.
Camping-Arten
- Naturcamping: dominante Form, oft direkt am Waldrand.
- Familiencamping: rund um Bodenmais und Drachselsried.
- Wintercamping: am Geißkopf und Großen Arber.
- Bauernhof-Camping: traditionell stark in der Region.
Anreise
Über die A3 mit Abfahrten Deggendorf, Hengersberg oder Passau. Aus Süden über Salzburg–Passau, aus Norden über Regensburg.
Bahn: ICE bis Plattling oder Passau, dann Regionalbahn weiter (Waldbahn). Mehrere Plätze sind in 5 bis 15 Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt.
Praxis-Hinweise
Im Nationalpark ist Camping nur auf ausgewiesenen Plätzen erlaubt. Innerhalb der Park-Grenzen gibt es einige offizielle Trekking-Camps mit Reservierungssystem.
Die Waldbahn verbindet die Hauptorte und ist mit Camping-Karten oft kostenlos nutzbar. Wer das Auto stehen lassen will, kommt damit zu den meisten Wandereinstiegen.