Die Ostfriesischen Inseln vor der niedersächsischen Nordseeküste sind eine der eigenwilligsten Camping-Regionen Deutschlands. Sieben bewohnte Inseln, davon fünf komplett autofrei, ergeben Camping-Logistik mit eigenen Regeln. Wer hier campt, lässt das Auto auf dem Festland und nimmt Fähre, Rad und Pferdekutsche.
Die sieben Inseln
- Borkum – größte Insel, mit eigenen Bahnverbindungen und einigen klassischen Camping-Plätzen direkt auf der Insel.
- Juist – „Töwerland" (Zauberland), 17 km lang, autofrei. Eine eigene Welt aus Pferdekutschen.
- Norderney – mondäne Bäder-Insel, die zweitgrößte. Camping ist möglich.
- Baltrum – kleinste Insel, autofrei, sehr ruhig.
- Langeoog – bekannt für lange Sandstrände, autofrei.
- Spiekeroog – Inseldorf-Charakter, autofrei.
- Wangerooge – östlichste Insel, autofrei, mit der charakteristischen Inselbahn.
Beste Reisezeit
Sommer: Mitte Mai bis Mitte September. Auf den autofreien Inseln ist die Saison kürzer als am Festland, viele Plätze öffnen erst Ende April und schließen Mitte Oktober. Hochsaison Juli/August ist auf den Inseln intensiver wegen der begrenzten Übernachtungskapazitäten.
Wichtig zu wissen: Wohnmobile sind auf den meisten Ostfriesischen Inseln nicht zugelassen. Auf Borkum gibt es einige klassische Camping-Plätze. Auf den anderen Inseln musst du das Wohnmobil oder den Wohnwagen auf dem Festland (z.B. Bensersiel, Norddeich, Neuharlingersiel) abstellen und mit Personenfähre und Tagesgepäck übersetzen.
Was die Ostfriesischen Inseln besonders macht
- Die Autofreiheit auf fünf der sieben Inseln – einmalig in Deutschland.
- Eine eigene Insel-Logistik mit Pferdekutschen, Inselbahnen, Tonnenfähren.
- Das UNESCO-Wattenmeer als unmittelbare Umgebung.
- Eine spezifische Insel-Atmosphäre, die sich von den Nordfriesen deutlich unterscheidet – kleinere Maßstäbe, mehr Beschaulichkeit.
Camping-Möglichkeiten im Detail
Klassischer Camping-Tourismus mit Wohnwagen oder Wohnmobil ist nur auf Borkum umfassend möglich. Dort gibt es mehrere klassifizierte Plätze, die mit Auto und Anhänger anfahrbar sind. Borkums Anreise erfolgt per Fähre ab Eemshaven (Niederlande) oder per Bahn ab Emden mit eigenem Fährenanschluss.
Auf Norderney gibt es einen kommunalen Campingplatz, der mit Auto erreichbar ist. Auf den anderen Inseln (Juist, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog, Wangerooge) sind nur Zeltplätze und Pensionsangebote möglich.
Camping-Arten
- Familiencamping: vorwiegend auf Borkum.
- Naturcamping: auf den autofreien Inseln in Form von kleinen Zeltplätzen.
- Dauercamping: traditionell auf Borkum.
Anreise
Festlandsanlandungen für die Inseln:
- Borkum: ab Eemshaven (Niederlande) oder Emden.
- Juist: ab Norddeich.
- Norderney: ab Norddeich.
- Baltrum: ab Neßmersiel.
- Langeoog: ab Bensersiel.
- Spiekeroog: ab Neuharlingersiel.
- Wangerooge: ab Harlesiel.
Reservierung der Fährtickets in der Hauptsaison dringend mehrere Wochen vorher.
Praxis-Hinweise
Auf den autofreien Inseln gilt: Gepäck-Logistik vorher klären. Viele Pensionen und Camping-Plätze bieten Gepäcktransfer ab dem Hafen. Wer länger bleibt, kann auch mit Bollerwagen oder Lastenrad transportieren.
Die Tide bestimmt die Fährfahrpläne. Bei Niedrigwasser können einige Verbindungen pausieren oder umgeleitet werden. Aktuelle Fahrpläne der jeweiligen Reederei vor Anreise prüfen.