Der Spreewald ist eine in Deutschland einmalige Landschaft. Im Südosten Brandenburgs bildet die Spree ein verzweigtes Fließnetz aus über 1.500 Wasserläufen, das seit 1991 als UNESCO-Biosphärenreservat geschützt ist. Wer hier campt, taucht in eine Welt aus Kahnfahrten, sorbisch-wendischer Kultur und Spreewaldgurken ein – mit einer Atmosphäre, die nirgendwo sonst in Deutschland existiert.
Die Spreewald-Orte im Überblick
- Lübbenau – das touristische Zentrum, mit Großem Hafen und Schloss. Klassischer Ausgangspunkt für Kahnfahrten.
- Lübben – das politische Zentrum, mit Schloss und Schlossinsel. Ruhiger als Lübbenau.
- Burg (Spreewald) – staatlich anerkannter Kneippkurort mit Spreewelten-Bad und Bismarckturm.
- Schlepzig – kleines Geheimtipp-Dorf mit Brennerei und entspannter Atmosphäre.
- Straupitz – das größte Holländerwindmühlen-Dreigespann Europas und Bauernmuseum.
Beste Reisezeit
Hauptsaison: Mai bis September, mit deutlichem Höhepunkt in Juli und August. Die Kahnfahrt-Zeit beginnt zu Ostern und endet spätestens Mitte Oktober. Schöne Schultern: Mai/Juni für die Spreewald-Blüte und September für die Spreewaldgurken-Saison mit den Erntemärkten.
Im Spätsommer und Frühherbst ist der Spreewald magisch: weniger Tagestouristen als im Hochsommer, leuchtende Auwälder, klares Wasser für Paddel-Touren.
Die Auenlandschaft bringt eine eigene Tierwelt mit – im Hochsommer können Mücken abends ein Thema sein. Plätze mit gutem Schattenwechsel und etwas Wind sind Plätzen unter dichtem Laubdach vorzuziehen. Mückenspray gehört in jeden Spreewald-Camping-Koffer.
Was den Spreewald besonders macht
- Das Fließnetz – mit über 1.500 km verzweigten Wasserläufen weltweit einzigartig.
- Die sorbische Kultur – die Sorben/Wenden sind eine slawische Minderheit mit eigener Sprache und Trachten-Tradition.
- Die Kahnfahrten als Touristen-Klassiker – mehrstündige Fahrten mit gestakten Holzkähnen durch die Fließe.
- Eine kulinarische Eigenart mit Spreewaldgurken (geschützte Herkunftsbezeichnung), Leinöl, Pellkartoffeln und Spreewald-Hechtsuppe.
Camping-Arten
- Familiencamping: dominant in Lübbenau und Burg.
- Naturcamping: rund um Schlepzig und kleinere Dörfer.
- Dauercamping: traditionell stark, viele Brandenburger:innen haben hier Saison-Standplätze.
- Stellplätze für Wohnmobile: gut ausgebaut entlang der Bundesstraße.
Anreise
Über die A13 (Berlin–Dresden) mit Abfahrten Lübbenau und Lübben. Etwa 90 Minuten Fahrt aus Berlin, 2 Stunden aus Dresden, 4 Stunden aus Hamburg.
Bahnanbindung: Berlin Hauptbahnhof–Cottbus mit Halt in Lübbenau und Lübben. Wer ohne Auto reist, kommt direkt im Touristenzentrum an.
Praxis-Hinweise
Eine klassische Kahnfahrt dauert 2 bis 3 Stunden, kostet pro Person etwa 12 bis 18 € und sollte in der Hauptsaison vorher gebucht werden. Wer aktiver sein will: Paddel-Touren mit eigenem Kanu sind eine schöne Alternative – Verleihstationen in allen größeren Orten.
Im UNESCO-Biosphärenreservat gelten strikte Regeln: nur auf markierten Wegen wandern, kein Lärm in den Auwäldern, keine eigenen Boote in geschützten Bereichen.