Camping zu Weihnachten und Silvester ist die Königsdisziplin im Wohnwagen-Jahr. Wer im Dezember/Januar campt, braucht wintertaugliches Equipment, sucht Plätze mit Heizung und Wasser-Frostschutz und akzeptiert das spezifische Wetter. Dafür gibt es eine besondere Atmosphäre: Schnee auf dem Wohnwagen, Lichterketten am Stellplatz, Glühwein am Lagerfeuer, Silvester unter dem Sternenhimmel.
Was Weihnachten-Camping voraussetzt
- Wintertaugliches Wohnmobil oder Wohnwagen – mit Heizung, isolierten Wasserleitungen, Wintergasflaschen.
- Plätze ganzjährig oder zumindest in der Wintersaison geöffnet – das schließt die Mehrheit der deutschen Plätze aus.
- Anreise-Logistik – Winterreifen, Schneeketten griffbereit, Wetter-Check vor Anreise.
- Höhere Strom-Verbrauchskosten – Heizung, Wasserpumpe, Beleuchtung laufen mehr.
Welche Plätze ganzjährig geöffnet sind
Etwa 200 deutsche Plätze sind ganzjährig zugänglich. Hauptkonzentration:
- Allgäu – Oberstdorf, Pfronten, Nesselwang. Wintersport-Anbindung.
- Chiemgau und Berchtesgaden – Reit im Winkl, Inzell, Berchtesgaden.
- Schwarzwald – Hochlagen-Plätze am Feldberg.
- Thüringer Wald – Oberhof als Wintersport-Zentrum.
- Erzgebirge – Oberwiesenthal als höchstgelegener Ort Deutschlands.
Mehrere Wintersport-Plätze haben Advents-Tradition: Glühwein-Stand, Christmette in der Plätze-Kapelle, Weihnachtsmarkt im nahen Dorf. Wer das atmosphärisch erleben will, sollte in den letzten beiden Adventswochen anreisen – die Stimmung dann ist eine eigene Erfahrung.
Weihnachten am Plätze
Drei Erfahrungs-Varianten:
- Adventszeit (1.-23. Dezember) – ruhig, Adventsstimmung, kaum andere Camper:innen.
- Heiligabend bis Neujahr – traditionell für Stammgäste, oft kleine Familien-Gruppen.
- Silvester – auf einigen Plätzen organisierte Silvester-Feiern, an anderen ruhige Atmosphäre.
Wetter-Realität
Im Dezember/Januar:
- Tagestemperaturen in Mittelgebirgen oft -5 bis +5 Grad
- Nachttemperaturen oft -10 bis -2 Grad
- Schnee möglich, aber nicht garantiert (vor allem in tieferen Lagen)
- Tageslicht kurz – Sonnenaufgang 8:30, -untergang 16:30
Was du dabeihaben solltest
- Wintergasflasche (Propan, nicht Butan)
- Schneeketten
- Frostschutz für Wassersystem
- Schaufel für Schnee am Stellplatz
- Stirnlampe und Powerbank
- Sehr warme Schlafsäcke und Daunen-Decken
- Glühwein-Topf und Tassen
- Christbaum-Mini-Variante (Tradition!)
Was Weihnachten-Camping kostet
Erstaunlich oft günstiger als man denkt:
- Stellplatz: 25 bis 40 €/Nacht
- Strom für Heizung: 8 bis 15 €/Nacht zusätzlich
- Kurtaxe: oft mit Lift- oder Loipenpass-Rabatten kombiniert
Eine Adventswoche kostet damit etwa 250 bis 400 € für eine Familie – deutlich günstiger als Hotel-Pauschalen.
Praxis-Hinweise
Reservierung: für Weihnachten und Silvester sechs bis zwölf Monate vorher. Beliebte Wintersport-Plätze sind sehr begehrt.
Vor Anreise: Wetter-Check, Schneehöhen-Bericht, ggf. Plätze-Anruf bezüglich aktueller Bedingungen.
Wer das erste Mal Weihnachten-Camping macht: lieber mit einer kürzeren Tour starten (3 bis 4 Nächte), nicht direkt 14 Tage buchen. Wintercamping als Anfänger ist deutlich anspruchsvoller als Sommercamping.
Mehr im Wintercamping-Guide.