Diebstahl am Camping-Platz ist seltener als oft befürchtet, kommt aber vor. Vor allem in der Hauptsaison auf großen Plätzen oder in der Nähe großer Städte gibt es regelmäßig Vorfälle. Wer einige Vorsichts-Maßnahmen kennt, reduziert das Risiko deutlich – und weiß, was im Schadensfall zu tun ist.

Was Diebe interessiert

Realistische Beute:

  • Räder und E-Bikes – wertvoll, leicht abschließbar zu vergessen
  • Outdoor-Equipment – Klappstühle, Markisen, Grills
  • Elektronik – Smartphones, Kameras, Tablets
  • Bargeld und Wertsachen – im unverschlossenen Wohnwagen
  • Gas-Flaschen – wertvoll, an unbewachten Stellen

Standard-Sicherheits-Strategien

Was wirklich hilft:

  1. Räder mit gutem Schloss sichern – Bügelschloss oder Faltschloss, am Wohnwagen oder Baum
  2. Wohnwagen abschließen – auch bei kurzen Abwesenheiten
  3. Wertsachen nicht sichtbar liegen lassen – Kameras, Handys vom Tisch in Schubladen
  4. Bargeld minimieren – meiste Plätze akzeptieren Karte
  5. Reisepass und wichtige Dokumente in versteckter Tasche oder Tresor
  6. Outdoor-Equipment abends einsammeln – Stühle, Tisch, Markise einfahren
Versicherung prüfen

Hausratversicherung deckt meist auch Camping-Diebstahl ab – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wohnwagen oder Wohnmobil müssen abgeschlossen gewesen sein, Wertsachen nicht offen sichtbar. Vor Tour Versicherungs-AGB prüfen, im Schadensfall Polizei-Anzeige innerhalb von 24 Stunden.

Sicherheit am Wohnwagen

Spezifische Maßnahmen:

  • Stützrad-Schloss – verhindert das Wegziehen des gesamten Wohnwagens
  • Anhängerkupplungs-Schloss – ähnliche Wirkung
  • Türen-Zusatzschloss – Standard-Schlösser sind oft schwach
  • Fenster-Sicherung – Fenster nicht offen lassen, wenn man weg ist
  • Markise-Diebstahl – Markise einfahren bei Abwesenheit

Sicherheit am Wohnmobil

Ähnlich:

  • Lenkrad-Schloss – mechanisch oder elektronisch
  • Wegfahrsperre – Standard auf neueren Modellen
  • GPS-Tracker – sehr empfehlenswert für teure Wohnmobile
  • Wertsachen im Bord-Tresor – falls vorhanden

Plätze-Sicherheit insgesamt

Plätze unterscheiden sich:

  • Bewachte Plätze mit 24/7-Rezeption oder Wachpersonal sind sicherer
  • Plätze mit Schranke und Ausweispflicht verhindern Fremdzugang
  • Stadtnahe Plätze sind oft anfälliger für Vorfälle
  • Naturplätze und Bauernhof-Camping sind meist sehr sicher

Bei Buchung nach Sicherheits-Konzept fragen. Plätze mit klarer Rezeption-Routine und Hauspersonal sind sicherer.

Was im Schadensfall zu tun ist

Nach Diebstahl:

  1. Plätze-Personal informieren – sie kennen oft die Lage
  2. Polizei rufen (110 oder 112) – innerhalb 24 Stunden für Versicherung wichtig
  3. Schadens-Liste mit Werten erstellen, möglichst mit Fotos
  4. Versicherung kontaktieren – Schadensmeldung mit Polizei-Aktenzeichen
  5. Bei gestohlenem Wohnwagen/Wohnmobil: GPS-Tracker aktivieren, Versicherung sofort informieren

Sonderfälle

  • Reisepass-Diebstahl: deutsche Botschaft kontaktieren, Notpass beantragen
  • Bank- und Kreditkarten: sofort sperren lassen (zentrale Sperrnummer 116 116)
  • Smartphone-Diebstahl: SIM sperren, „Mein iPhone finden" oder „Find My Device" nutzen
  • Wohnwagen-Diebstahl: GPS-Tracker und Versicherung, Polizei-Großalarm

Praxis-Hinweise

Wenig Bargeld dabei haben: 200-300 € reichen meist. Größere Beträge: über Karte zahlen, Online-Banking nutzen.

Vor Tour: Inventarliste erstellen – mit Fotos und Werten. Im Schadensfall ist das Gold wert. Versicherung verlangt diese oft.

Plätze-Wahl: bei Sorge vor Diebstahl: kleinere familiengeführte Plätze sind oft sicherer als Massentourismus-Plätze. Stammgast-Atmosphäre erschwert Diebstahl.

Mehr unter Jugendschutz am Plätze und Plätze-Wahl-Checkliste.