Diebstahl am Camping-Platz ist seltener als oft befürchtet, kommt aber vor. Vor allem in der Hauptsaison auf großen Plätzen oder in der Nähe großer Städte gibt es regelmäßig Vorfälle. Wer einige Vorsichts-Maßnahmen kennt, reduziert das Risiko deutlich – und weiß, was im Schadensfall zu tun ist.
Was Diebe interessiert
Realistische Beute:
- Räder und E-Bikes – wertvoll, leicht abschließbar zu vergessen
- Outdoor-Equipment – Klappstühle, Markisen, Grills
- Elektronik – Smartphones, Kameras, Tablets
- Bargeld und Wertsachen – im unverschlossenen Wohnwagen
- Gas-Flaschen – wertvoll, an unbewachten Stellen
Standard-Sicherheits-Strategien
Was wirklich hilft:
- Räder mit gutem Schloss sichern – Bügelschloss oder Faltschloss, am Wohnwagen oder Baum
- Wohnwagen abschließen – auch bei kurzen Abwesenheiten
- Wertsachen nicht sichtbar liegen lassen – Kameras, Handys vom Tisch in Schubladen
- Bargeld minimieren – meiste Plätze akzeptieren Karte
- Reisepass und wichtige Dokumente in versteckter Tasche oder Tresor
- Outdoor-Equipment abends einsammeln – Stühle, Tisch, Markise einfahren
Hausratversicherung deckt meist auch Camping-Diebstahl ab – aber nur unter bestimmten Bedingungen. Wohnwagen oder Wohnmobil müssen abgeschlossen gewesen sein, Wertsachen nicht offen sichtbar. Vor Tour Versicherungs-AGB prüfen, im Schadensfall Polizei-Anzeige innerhalb von 24 Stunden.
Sicherheit am Wohnwagen
Spezifische Maßnahmen:
- Stützrad-Schloss – verhindert das Wegziehen des gesamten Wohnwagens
- Anhängerkupplungs-Schloss – ähnliche Wirkung
- Türen-Zusatzschloss – Standard-Schlösser sind oft schwach
- Fenster-Sicherung – Fenster nicht offen lassen, wenn man weg ist
- Markise-Diebstahl – Markise einfahren bei Abwesenheit
Sicherheit am Wohnmobil
Ähnlich:
- Lenkrad-Schloss – mechanisch oder elektronisch
- Wegfahrsperre – Standard auf neueren Modellen
- GPS-Tracker – sehr empfehlenswert für teure Wohnmobile
- Wertsachen im Bord-Tresor – falls vorhanden
Plätze-Sicherheit insgesamt
Plätze unterscheiden sich:
- Bewachte Plätze mit 24/7-Rezeption oder Wachpersonal sind sicherer
- Plätze mit Schranke und Ausweispflicht verhindern Fremdzugang
- Stadtnahe Plätze sind oft anfälliger für Vorfälle
- Naturplätze und Bauernhof-Camping sind meist sehr sicher
Bei Buchung nach Sicherheits-Konzept fragen. Plätze mit klarer Rezeption-Routine und Hauspersonal sind sicherer.
Was im Schadensfall zu tun ist
Nach Diebstahl:
- Plätze-Personal informieren – sie kennen oft die Lage
- Polizei rufen (110 oder 112) – innerhalb 24 Stunden für Versicherung wichtig
- Schadens-Liste mit Werten erstellen, möglichst mit Fotos
- Versicherung kontaktieren – Schadensmeldung mit Polizei-Aktenzeichen
- Bei gestohlenem Wohnwagen/Wohnmobil: GPS-Tracker aktivieren, Versicherung sofort informieren
Sonderfälle
- Reisepass-Diebstahl: deutsche Botschaft kontaktieren, Notpass beantragen
- Bank- und Kreditkarten: sofort sperren lassen (zentrale Sperrnummer 116 116)
- Smartphone-Diebstahl: SIM sperren, „Mein iPhone finden" oder „Find My Device" nutzen
- Wohnwagen-Diebstahl: GPS-Tracker und Versicherung, Polizei-Großalarm
Praxis-Hinweise
Wenig Bargeld dabei haben: 200-300 € reichen meist. Größere Beträge: über Karte zahlen, Online-Banking nutzen.
Vor Tour: Inventarliste erstellen – mit Fotos und Werten. Im Schadensfall ist das Gold wert. Versicherung verlangt diese oft.
Plätze-Wahl: bei Sorge vor Diebstahl: kleinere familiengeführte Plätze sind oft sicherer als Massentourismus-Plätze. Stammgast-Atmosphäre erschwert Diebstahl.
Mehr unter Jugendschutz am Plätze und Plätze-Wahl-Checkliste.