Rheinland-Pfalz ist eines der schönsten und gleichzeitig unterschätzten Camping-Bundesländer. Mit Mosel und Rhein, der Pfalz, dem Hunsrück und der Eifel deckt es vier sehr unterschiedliche Reviere ab – und die Plätze stehen dabei oft direkt im Weinberg oder am Flussufer.

Reviere im Überblick

  • Mosel – einer der schönsten Wein-Flüsse Europas, mit steilen Lagen, Burgen und mittelalterlichen Städten wie Bernkastel-Kues und Cochem. Mehr im Mosel-Rhein-Revier.
  • Mittelrhein – UNESCO-Welterbe von Bingen bis Koblenz, mit der Loreley und über 40 Burgen.
  • Pfalz – Pfälzerwald als größtes zusammenhängendes Waldgebiet Deutschlands, dazu Weinstraße und Burgen wie Trifels.
  • Eifel und Hunsrück – die rheinland-pfälzischen Anteile, oft als Übergang zu NRW, Saarland und Frankreich.
  • Westerwald und Lahntal – im Norden, fließender Übergang nach Hessen.

Beste Reisezeit

Die Mosel hat eines der mildesten Camping-Klimata Deutschlands – die Saison reicht zuverlässig von Anfang April bis Ende Oktober. Mai (Maibocksaison), September (Weinlese) und Oktober (Goldener Herbst) gelten unter Stammgästen als die schönsten Monate.

In der Pfalz ist die Mandelblüte im März/April ein eigenes touristisches Phänomen – schön, aber für Erstcamper oft noch zu kühl. Hochsaison Juli/August kann an der Mosel sehr heiß werden, da die Steilhänge die Wärme stauen.

Wein-Camping

Eine Spezialität: Camping im Weingut. Mehrere Mosel- und Pfalz-Winzer bieten Stellplätze für ein bis zwei Wohnmobile direkt am Hof, oft kostenlos oder symbolisch (5 bis 15 €/Nacht), mit Verkostung als Gegenleistung. Stichworte: „Stellplatz-Netz Wein" oder „Mein Winzer-Stellplatz".

Was Rheinland-Pfalz besonders macht

  1. Wein und Camping in einer Verbindung, die in Deutschland einzigartig ist – Mosel, Mittelrhein, Pfalz und Nahe sind alles Wein-Camping-Reviere.
  2. Die Burgendichte am Mittelrhein ist europaweit kaum zu übertreffen.
  3. Das Land grenzt an Frankreich, Luxemburg und Belgien – Tagesausflüge ins Ausland sind die Regel, nicht die Ausnahme.
  4. Der Pfälzerwald als größtes deutsches Waldgebiet bietet Naturcamping in einer Tiefe, die anderswo selten ist.

Camping-Arten

Praxis-Hinweise

An der Mosel sind die Plätze oft schmal und länglich entlang des Flusses angelegt. Stellflächen direkt am Wasser sind heiß begehrt und müssen oft viele Monate vorher gebucht werden. Hinterland-Plätze haben deutlich mehr Auswahl.

Hochwasserrisiko: bei extremen Wetterlagen können Mosel und Rhein steigen, einige Plätze sind dann zeitweise gesperrt. Im Frühjahr ist das im Auge zu behalten.

Maut: wer von der Mosel ins angrenzende Frankreich oder Luxemburg fährt, sollte sich mit den dortigen Mautregeln vertraut machen. Luxemburg ist mautfrei, Frankreich auf den Autoroutes nicht.