Camping in Deutschland kennt nicht nur „Sommer". Das Camping-Jahr gliedert sich in fünf Saisons, jede mit eigenen Eigenheiten, Preisen und Reviere-Empfehlungen. Wer das versteht, plant Touren strategischer und bekommt mehr Camping fürs Geld.
Die fünf Camping-Saisons
- Vorsaison (April bis Mitte Juni) – mildes Wetter, niedrige Preise, ruhige Plätze.
- Hauptsaison (Juli und August) – Schulferien, höchste Preise, vollste Plätze.
- Nachsaison (September bis Mitte Oktober) – Goldener Herbst, sinkende Preise, wachsende Verfügbarkeit.
- Wintercamping (Dezember bis März) – nur ganzjährige Plätze, spezielle Ausrüstung, eigene Atmosphäre.
- Übergangs-Phase (November und März) – wenige Plätze offen, oft kühl und feucht. Selten gewählt.
Vorsaison im Detail
Vorteile:
- Plätze öffnen wieder nach dem Winter, frische Atmosphäre
- Preise oft 20-30 % unter Hauptsaison
- Mildes Wetter, lange Tage
- Wenig Touristen, ruhige Plätze
- Vegetation in vollem Frühling
Nachteile:
- Wetter unverlässlich (Regen, kühlere Nächte)
- Wassertemperaturen für Baden noch zu kalt
- Manche Restaurants und Aktivitäten noch nicht im Vollbetrieb
Beste Reviere für Vorsaison: Bodensee, Mosel-Rhein, Sächsische Schweiz.
Hauptsaison im Detail
Vorteile:
- Verlässlich warmes Wetter
- Wassertemperaturen für Baden ideal
- Voller Plätze-Service mit Animation und Pool
- Lange helle Abende
Nachteile:
- Höchste Preise (25-40 % über Vor-/Nachsaison)
- Plätze oft seit Monaten ausgebucht
- Anreise-Stau auf den Hauptachsen
- Hitze in Tieflandzonen
Mehr unter Camping-Sommerferien.
Wer flexibel ist, sollte antizyklisch reisen: in Reviere fahren, wo gerade keine Schulferien sind. Bayern-Eltern fahren Ende Juni nach Schleswig-Holstein, wenn dortige Familien gerade zurück sind. Effekt spürbar – günstiger und entspannter.
Nachsaison im Detail
Vorteile:
- Goldener Herbst mit klarem Licht
- Preise auf Vorsaison-Niveau oder darunter
- Wassertemperaturen oft noch warm (vor allem Bodensee, Mosel)
- Wein-Lese-Saison mit Festen und Märkten
- Pilz- und Kürbis-Saison
Nachteile:
- Tage werden kürzer
- Wetter wird unverlässlicher
- Manche Plätze schließen nach den Herbstferien
Mehr unter Camping-Herbstferien.
Wintercamping im Detail
Eigene Disziplin mit eigenen Regeln. Etwa 200 deutsche Plätze sind ganzjährig geöffnet. Voraussetzung: wintertaugliches Equipment, Heizung, isolierte Wasserleitungen.
Mehr unter Wintercamping und Camping zu Weihnachten und Silvester.
Saisons und Preise
Typische Preisstruktur (vierköpfige Familie, mittelguter Plätze):
- Vorsaison: 30-45 €/Nacht
- Hauptsaison: 50-80 €/Nacht
- Nachsaison: 30-45 €/Nacht
- Wintercamping: 25-40 €/Nacht plus 8-15 € Strom für Heizung
Saisons und Reservierung
Wann buchen:
- Vorsaison: 1-2 Monate vorher meist ausreichend
- Pfingsten: 4-6 Monate vorher
- Hauptsaison: 8-14 Monate vorher
- Nachsaison: 1-2 Monate vorher meist ausreichend
- Wintercamping zu Weihnachten/Silvester: 6-12 Monate vorher
Praxis-Hinweise
Wer Saisons strategisch nutzt: Vor- und Nachsaison-Touren mit kleinen Wohnwagen-Aufenthalten, Hauptsaison nur dort, wo es nicht anders geht (etwa für die Schulferien-Reise mit Kindern).
Brückentage verschieben Saisons-Logiken: Pfingsten und Himmelfahrt sind Mini-Hauptsaisons in der Vorsaison. Mehr unter Camping-Pfingsten und Camping-Himmelfahrt.
Mehr Saisons-Tiefe unter Beste Reisezeit Deutschland und Wintercamping-Grundlagen.